Wissenswertes

Wie alles Begann

Auch für diese Seite sollten Sie sich unbedingt die Zeit nehmen, es lohnt! Ein Blick in längst vergangen Zeiten.

Gehen wir ca. 100 Jahre in die Vergangenheit... 

Die Anfänge der Blasmusik in Winzenhohl

Zusammengetragen von Jürgen Fritsche


Zu den vereinzelten mündlichen Überlieferungen von der früher in Winzenhohl bestandenen Blasmusikkapelle konnte vor allem Herr Josef Dietrich, ehemaliger Bassist, an seinem 80. Geburtstag am 1. Februar 1983 gegenüber unserem heutigen Ehrenvorsitzenden Guido Stürmer, diese Berichte bestätigen, und noch viele weitere Hinweise geben.

In der Zeit von ca. 1900 bis 1926 bestand eine Blasmusikkapelle in Winzenhohl.
Der Vereinsname ist unbekannt. Geprobt wurde im Hause des Dirigenten Johann Dietrich (Vater von Josef Dietrich), der seinen damaligen Hausumbau mit Mitteln der Veranstaltungsvergütungen zum Teil mitbestreiten konnte.

Die Bläsergruppe galt vor allem in Waldaschaff als profiliert, denn dort musste des öfteren zu Festen und Tanz aufgespielt werden. Aber auch in anderen umliegenden Ortschaften zählten die damaligen „Winzenhohler Musikanten“ als geschätzte Unterhalter.

Die Anreise zu den einzelnen Veranstaltungen erfolgte überwiegend per Schusters Rappen, die Rückreise fand meist in der Frühe statt. Es kam gelegentlich vor, das beim 6 Uhr läuten, kaum zu Hause angekommen, schnell die Kleidung gewechselt wurde und der Dienst im Kuhstall oder auf dem Feld anzutreten war.

Die Besetzung der Kapelle war durch den 1.Weltkrieg (1914-1918) erstmals dezimiert. Die Musiker spielten dennoch im kleinen Kreis und hielten den Spielbetrieb aufrecht. Proben fanden bei Hannes Kunkel in Schmerlenbach statt.

Die damals Aktiven Musikanten:

Dietrich Johann sen. – Dirigent
Dietrich Josef – Bass
Meier Michael – Bass (Gefallen im 1.Weltkrieg)
Maier Emil – Flügelhorn
Maier Johann sen. – Flügelhorn
Maier Johann jr. – Flügelhorn
Kunkel Jakob – Tenorhorn
Kunkel Hannes – Trompete, Dirigent
Otter Josef – Posaune
Otter Johann – Posaune
Otter Georg – Klarinette
Mantel Alois – Klarinette
Stenger Adam – Klarinette
Zenglein Andreas – Trompete
Stürmer Franz-Josef – Basstrompete
Eich Johann - Flügelhorn

Schließlich, nach weiteren 10 Jahren, kamen 1926 die Instrumente der Musikanten aus Altersgründen zur Ruhe.

Bemerkenswerterweise war der Probenleiter Hannes Kunkel von einst wiederum bei der Neugründung 1952 bzw. bei der 1. Probe wie auch die beiden Söhne Gottlieb und Berthold zugegen. Für den Senior war das eine glückliche Stunde und Erinnerung an einst.
Nach 26 Jahren Abstinenz sah er einen neugeschaffenen vielversprechenden Bläserkreis vor sich versammelt und gab natürlich seine gutgemeinten Ratschläge weiter.

Eine weitere Anekdote fügte später Otto Stürmer, Bassist der 1952 neugegründeten Musikverein, im Jahre 1999 hinzu (es muss sich um eine Begebenheit in den frühen 20iger Jahren handeln):

Die damaligen Musikanten mussten auswärts einen Festzug musikalisch bekleiden, und da man keinen Namen hatte beschriftete man ein Schild mit dem Wortlaut: „Kapelle Hawaii“.

Dieses Schild wurde nun beim Festzug vor den Musikanten hergetragen.
Am Straßenrand las ein kleiner Junge die Aufschrift und meinte erstaunt zu seinem Vater: „Guck e mol, die kumme extra aus Hanau!“

Anmerkung: Wie erstaunt wäre der kleine wohl gewesen wenn er die Aufschrift richtig gelesen hätte? 

Diese und weiter Berichten und Anekdoten verdanken wir unseren Chronisten

die über alle Jahre hinweg den Werdegang des „Musikverein St. Hubertus“ und den „Winzenhohler Musikanten“ bekleidet haben und bekleiden werden.

Oskar Zilch.............1952 - 1962
Anton Unger............1962 - 1969
Bruno Kunkel..........1970 - 1981
Joachim Stürmer.....1982 - 1993
Jürgen Fritsche........1994 - 2003
Nadine Schrott.........2003